Mehr als Schule …

Dass gelebter Glaube weit mehr ist als Unterricht und sich Vieles nicht lehren lässt, ist gewiss allen bewusst. Aber wie lässt sich diese wichtige Seite unseres Glaubens fassen und vermitteln. Die Geschichte vor der Wende 1989 hat diese Facette mit unter das Stichwort „Religionsunterricht“ gefasst. Eine Differenzierung ist, daraus resultierend, sehr schwierig geworden. Doch unbeschadet manch kontroverser Debatte und auch praktischer Schwierigkeit lohnt die Unterscheidung – nicht nur, weil dahinter eine lange kirchliche Tradition steht.

Als Katechese wird diese andere Seite des Glaubenlernens bezeichnet. Wesentlich ist, dass es dabei nicht um einen zeitlich begrenzten Lernprozess geht, sondern sich um einen lebenslangen Weg handelt. Dieser hat eine lebendige Gottesbeziehung zum Ziel, ein reflektiertes Glaubensbewusstsein und eine entsprechende christliche Lebensgestaltung.

Damit verknüpfen sich nun ganz konkret Fragen, inwieweit und wo dies im Rahmen unserer Gemeinde geschieht und möglich ist; wo dies gelebte Praxis ist und  wo es für uns Defizite und damit Handlungsbedarf gibt.

Vielfältige Angebote finden sich im Rahmen unserer Gemeinde für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen. Dankbar lässt sich da auf die Drachenkinder, den sonntäglichen Kindergottesdienst, die Kinderstunde, kirchliche Kindergärten und die Familientage bzw. -wochenenden schauen. Schulkinder haben da rund um die Sakramentenvorbereitung, zur RKW, bei Pfarrhauswürmern und Vorjugend sowie in den verschiedenen Musikgruppen wie auch der Jugendgruppe eine Möglichkeit, sich in einen überzeugenden Glauben einzuleben. Besinnungstage, Exerzitien, „Reli“ für Erwachsene, Familienkreise und -tage, Glaubenskurs, Seniorennachmittag sowie die Elternabende im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung laden auch alle jenseits des Schulalters zu solch einem katechetischen Lernweg ein.

Woran lässt sich nun ablesen, ob dies die richtigen Schritte sind und wo unsere blinden Flecken liegen? 2008/09 hat sich eine Seminargruppe der TU Dresden Gedanken gemacht, inwieweit es möglich ist, auch für die Katechese eine Art Lehrplan zu finden, der Themen, Ziele und Fähigkeiten benennt, die ich als Christ in meinem Leben als Glaubender in Angriff genommen haben sollte. Da diese Zusammenstellung den Rahmen hier sprengen würde, sei lediglich auf die dazugehörige Veröffentlichung beim Deutschen Katechetenverein in München hingewiesen. Eine Kurzübersicht können Sie auch auf unserer Homepage (www.leipzig-st-georg.de/fileadmin/Katechese/Katechese.pdf) einsehen.

Unabhängig davon dürfen Sie gern Fragen und Gedanken rund um unseren gemeinsamen Glauben ins Gespräch bringen. Wo das geschieht, ereignet sich Katechese und wird die Tür zu einem lebendigen Glauben geöffnet.