Katholische Religion ist ein Unterrichtsfach wie jedes andere

    
Neben der zum Teil sehr emotionalen Diskussion über den Religionsunterricht in der Schule soll dieser Artikel die Inhalte des schulischen Religionsunterrichtes beleuchten.

Dabei ist es wichtig, die grundsätzlichen Aufgaben von Schule und Lehrplänen anzuschauen und das Fach Katholische Religion im Zusammenhang der Schulsituation zu sehen. Da mein Aufgabenfeld die Grundschule ist, werde ich auch überwiegend aus diesem Feld berichten.

Katholische Religion ist ein Unterrichtsfach wie jedes andere. Es gilt das Schulgesetz mit allen Verordnungen. Die Lehrpläne mit Lernzielen und Lerninhalten sind in Sachsen verbindlich für alle öffentlichen Schulen. Ab Klasse 3 werden Zensuren erteilt. Jeder Lehrer entscheidet selbst über die zeitliche Reihenfolge und Schwerpunkte seines Faches. Das hat besonders Auswirkungen für die Fächer Religion und Ethik. Denn laut Stundentafel ist für diese Fächer festgelegt, dass der Religions- und Ethikunterricht in Klasse 1 mit einer Wochenstunde und ab Klasse 2 mit zwei Wochenstunden stattfindet. Aus verschiedenen Gründen ist dies derzeit (noch) nicht möglich, so dass an fast allen Schule nur eine Stunde pro Woche erteilt wird. Das heißt: man schafft einerseits den Lehrplan nie, hat aber andererseits mehr Auswahl bezüglich der Themen.

Bei der letzten grundlegenden Überarbeitung der Lehrpläne 2004 war es den Vertretern beider Konfessionen besonders wichtig, zusammen zu arbeiten. Die Lehrpläne sind buchstäblich an einem Tisch entstanden. Das wird besonders deutlich an den Formulierungen im Vorwort: Der überwiegende Teil der Texte ist komplett identisch. Beide Fächer wollen erreichen, dass sich die Kinder der christlichen Wurzeln unserer Kultur bewusst werden. Dabei ist allen Beteiligten durchaus klar, dass für viele Kinder der Religionsunterricht eine Erstbegegnung mit Christentum und Glauben ist. Getaufte Kinder können durch den Unterricht ihre religiöse Beheimatung reflektieren, konfessionslose Kinder lernen etwas über die christlichen Feste und entwickeln eigene religiöse Vorstellungen. An mehreren Stellen wird deutlich, dass der Religionsunterricht offen ist für Kinder aller Konfessionen und ausdrücklich auch für nicht getaufte Kinder.

Inhaltlich gibt es für den Katholischen (Evangelischen) Religionsunterricht vier zentrale Bereiche, die sich in jedem Schuljahr mit anderen Themen wiederholen. Diese Bereiche sind:

Miteinander leben (Miteinander leben), Das Geheimnis entdecken (Nach Gott und dem Sinn der Welt fragen), Die biblische Botschaft kennen lernen (Die biblische Botschaft kennen lernen), Mit der Kirche feiern (Mit der Gemeinde feiern)

Unter Berücksichtigung der Erfahrungswelt der Kinder werden so das christliche Verständnis von Regeln in einer Gemeinschaf thematisiert, die allgemeinen Feste im Kirchenjahr angesprochen, bedeutende Geschichten und Gleichnisse der Bibel aufgegriffen und erste spirituelle Erfahrungen möglich sein.

Außerdem ist auch die Ökumene im Lehrplan verankert. Das wird nicht nur an den bereits erwähnten Sätzen im Vorwort deutlich, sondern konkret auch in den Inhalten. So findet sich in den Wahlpflichtbereichen des Faches Katholische Religion nicht nur Maria, sondern auch der Reformations- und Buß- und Bettag, die ja nun eindeutig evangelische Festtage sind.