Geschichte der Pfarrkirche

Die ersten Pläne zur Errichtung einer Pfarrei im Norden Leipzigs werden um 1885 gefasst. Kirche und Schule sollen auf dem Gelände der jetzigen Kasernen gebaut werden. Die Pläne scheitern an der Finanzierung. Am 23.01.1898 wird in Gohlis der erste kath. Gottesdienst für das Militär gehalten in der Turnhalle des Allgemeinen Turmvereins zwischen Lindenthaler und Friedrich - Karl - Straße. Im Januar 1906 wird das Grundstück am Jägerplatz gekauft und Architekt Clemens Lohmer erhält den Auftrag, Pläne für Kirche, Schule und Pfarrhaus zu entwerfen. Superior Schmittmann gründet am 1.02.1908 einen Kirchenbauverein. Dieser erhält vom MDI des Kgr. Sachsen "... die Genehmigung zur Veranstaltung öffentlicher Geldsammlungen, innerhalb des Königreiches Sachsens zum Besten eines in Leipzig-Gohlis zu errichtenden kath. Gotteshauses, vorbehältlich jederzeitigen Widerrufes, sowie unter der Voraussetzung, dass die Sammlungen nur unter den kath. Glaubensgenossen und nicht in der Form der Einholung von Beiträgen in den Häusern durch Sammelboten erfolgen." Mit dem Schulbau wird am 20.09.1909 begonnen. Der am Turnsaal der Schule angebaute Kapellenraum wird am 23.12.1910 durch Superior Stranz als Kapelle St. Georg eingeweiht. Während des 1. Weltkrieges unterbleiben die Aktivitäten für einen Kirchbau, zumal der Militärpfarrer Klesse seiner Division ins Feld folgen muss. 

Die Baupläne für eine Notkirche werden am 3.2.1922 vom Ordinariat genehmigt, aber 2 Monate später wird die Bewilligung zum Bau zurückgenommen wegen finanzieller Schwierigkeiten. Weil Bischof Schreiber fast 300.000 M schenkt, wird am 7.7.1922 der Kirchbau beschlossen. Die Kosten werden auf 2 Mio. Mark veranschlagt. Der Bonifatiusverein macht das Angebot, den Bau finanziell zu unterstützen, wenn die Kirche den im Krieg gefallenen kath. Akademikern geweiht wird. Die Grundsteinlegung erfolgte am 17.9.1922 in Anwesenheit von Bischof Schreiber und Prinz Ernst Heinrich von Sachsen. Die Kirche wird gebaut nach den Plänen von Clemens Lohmer aus dem Jahr 1909. Am 24.7.1923 wird Gohlis eigenständige Pfarrei und die Kirche wird am 25.11.1923 durch Bischof Schreiber geweiht. Bei den Bombenangriffen am 4.12.1943 und 20.7.1944 wird die Kirche beschädigt. Wegen der Liturgiereform erfolgte von 1967-1983 der Umbau der Kirche. Die St. Georg Kirche ist eine gewölbte Basilika mit querschiffartigen Erweiterungen in den Formen des ausklingenden Jugendstils. Ihre künstlerische Bedeutung liegt vor allem in der Originalausstattung, die von der ,,Akademischen Bonifatius-Einigung, Verband zur Pflege religiösen Lebens in der kath. Studentenschaft 1928 gestiftet wurde. Das Bildprogramm ist von der Bestimmung als Akademiker Gedächtniskirche geprägt. Die Gesamtleitung und Beratung lagen in den Händen von Andreas Huppertz, Professor an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Verschiedene, meist Düsseldorfer Künstler, ordneten sich mit ihren Arbeiten dem Gesamtkonzept ein. Die Bildwerke stammen überwiegend von Jupp Rübsam und Daniel Josef Sommer. Besonders eindrucksvoll sind das Relief einer Pieta von Hildegard Domizlaff (Münster) und der als Gedächtnismal gestaltet Kreuzweg. Nach einem Entwurf von Peter Dierichsweiler wurde er von Jupp Rübsam und Theodor Haake in Rochlitzer Porphyrtuff ausgeführt. Die mit Symbolen und Ornamenten gestalteten Rundfenster gehen auf Kartons von Jan Thorn Prikker zurück. Sofern sie im 2. Weltkrieg nicht zerstört waren, wurden sie 1955/56 nach Zeichnungen von Mia Brandenburg durch Johannes Roemer (Leipzig) rekonstruiert. 1967/69 wurde die dem Jägerplatz zugekehrte Eingangshalle mit Betonglasfenstern geschlossen. Diese stellen die Dreifaltigkeit dar und wurden von dem Ehepaar Zimmermann (Leipzig-Gohlis) entworfen.